Vereinsgeschichte

Die VAF wurde am 13. Juli 1948 auf vielfachen Wunsch der Absolventen des Heilpädagogischen Seminars Freiburg (HPS) gegründet, und zwar zum Zweck der «Weiterbildung der Ehemaligen des HPS und dessen Freunden durch Kurse und Tagungen, Weiterentwicklung des HPS Fribourg und Erfahrungsaustausch unter den ehemaligen Absolventen des Seminars und den interessierten Heilerziehern». An der Gründungsversammlung lagen 22 Anmeldungen von Einzelmitgliedern und fünf Beitritte von Kollektivmitgliedern vor, und schon Ende Jahr hatten sich die Zahlen bereits beinahe verdoppelt. 

In den folgenden Jahren organisierte die VAF zahlreiche Kurse zu unterschiedlichsten Themen, wobei stets auch Mitglieder der Vereinigung als Referentinnen und Referenten mitwirkten. Die Mitgliederzahl wuchs kontinuierlich, und bald schon bildeten sich innerhalb der Vereinigung Fachgruppen, um den Fort- und Weiterbildungsbedürfnissen der einzelnen Berufsfelder noch gezielter Rechnung tragen zu können (1952 FG für Erziehungsberatung und für Logopädie, 1958 FG für Hilfsschulwesen, 1963 FG für Angewandte Psychologie, 1964 FG für Sozialarbeit). Als am 1. Januar 1960 die Eidgenössische Invalidenversicherung in Kraft trat, setzte sich auch die VAF in verschiedenen öffentlichen Veranstaltungen mit der IVThematik auseinander. Die IV-Gesetzgebung war für die VAF insbesondere bezüglich Artikel 74 von Bedeutung, in welchem der «Weiterbildung des Lehr- und Fachpersonals zur Betreuung, Ausbildung und beruflichen Eingliederung Invalider» grosse Gewicht beigemessen wurde. Das zweite wichtige Ereignis des Jahres 1960 war der Neu- und Umbau des Institutsgebäudes am Place du Collège 21, an dem sich die VAF mit einem symbolischen finanziellen Beitrag beteiligte und damit ihre Verbundenheit mit ihrer Ausbildungsstätte ausdrückte. Während das erste Jahrzehnt der VAF vor allem im Zeichen der Grundlegung und inneren Festigung der Vereinigung stand, brachte das zweite Jahrzehnt eine Öffnung nach aussen (Gastvorträge ausländischer Referenten, Studienreisen, Öffentlichkeitsarbeit u.a., und nach 20 Jahren hatte sich die VAF als weit herum anerkannte Organisation einen Namen geschaffen. Sie sah sich jedoch immer weniger ausschliesslich als Vereinigung ehemaliger Absolventinnen und Absolventen, sondern bezog immer mehr auch die Studierenden des HPI mit ein. So wurden 1969 verschiedene studentische Fachschaften gebildet, welche bei der Mitgestaltungen von Reglementen oder der Organisation von Praktika mitreden durften. 

Mannigfaltige Veränderungen und Entwicklungen im Bereich der Heilpädagogik zwangen die VAF in den 70er Jahren zu einer «Besinnung auf ihre spezifischen Aufgaben, zum Überdenken ihres Zielkataloges und zur Modifikation ihres Zweckparagraphen». An der Jahresversammlung 1978 wurde den revidierten Statuten zugestimmt, welche zwar keine grundlegende Kursänderung, wohl aber formale Korrekturen sowie organisations- und führungstechnische Anpassung brachten. Auch die Fachgruppenarbeit wurde neu strukturiert. Neben der einzig aktiv gebliebenen Fachgruppe Logopädie wurden neu eine FG Klinische Heilpädagogik und eine FG Schulische Heilpädagogik geschaffen. Diese neue Gliederung und Benennung entsprach den damaligen neuen Strukturen des HPI Freiburg, an dessen Geschicken die VAF nach wie vor grosses Interesse zeigte. In den 80er Jahren wurde vermehrt der Austausch mit den Absolventen- Vereinigungen anderer Ausbildungsinstitute ( u.a. HPS Zürich, ISP Basel) gepflegt, was seinen Niederschlag auch in gemeinsam durchgeführten Tagungen sowie in der Mitarbeit in Kommissionen ähnlicher Organisationen fand (z.B. im Verband der Heilpädagogischen Ausbildungsinstitute der Schweiz VHpA). Auch die Zusammenarbeit mit französischsprachigen Fachleuten aus Lehre und Forschung wurde gefördert, unter anderem durch die Schaffung einer frankophonen Fachgruppe am HPI. Für ihre Präsentation nach aussen stand der VAF ab 1981 eine ständige Sparte «VAFMitteilungen» in der Vierteljahresschrift für Heilpädagogik und ihre Nachbargebiete VHN zur Verfügung, und ab 1983 wurde zweimal im Jahr im Rundbrief über VAFAktualitäten und -Aktivitäten informiert. 

Anlässlich ihrer Mitgliederversammlung 1988 – die Mitgliederzahl hatte inzwischen die 500er Marke überschritten – konnte die VAF auf eine 40jährige Tätigkeit zurückblicken. Dieses Jubiläum gab auch Anlass zu einer Standortbestimmung. Drei Schwerpunkte bestimmten die weitere Arbeit der Vereinigung: Fortbildung, berufspolitische Aufgaben sowie persönliche Bezüge und gemeinschaftliches Erleben. Auch in den 90er Jahren standen diese drei Bereiche im Zentrum der VAFTätigkeiten. Berufspolitisch war die Vereinigung intensiv an den Vorarbeiten und an der Gründung der “Föderation heil-/sonderpädagogischer Berufsverbände der Schweiz” (FHS) beteiligt. Leider mussten wir auch miterleben, wie dieses “Kind” nur wenige Jahre nach seiner Geburt wieder zu Grabe getragen wurde. In diesem Zeitraum musste auch die frankophone Fachgruppe der HPI-Absolventinnen und Absolventen aufgelöst werden, da sich keine Verantwortlichen für den französischsprachigen Zweig der VAF mehr finden liessen. Die Fachgruppen KHP, SHP und LOG bildeten ebenfalls keinen festen Bestandteil der VAF mehr; sie wurden vielmehr je nach Bedart und Dringlichkeit für einen begrenztes Mandat ad hoc zusammengestellt. Da im letzten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts auf sozialpolitischer Ebene einiges in Bewegung geriet (u.a. IVG-Revision, Neuer Finanzausgleich des Bundes, Bundesgesetz über medizinisch unterstützte Fortpflanzung Bioethik-Konvention, Gentechnologie-Abstimmung,) hat auch die VAF die Gelegenheit genutzt, in verschiedenen Vernehmlassungsverfahren zu diesen berufspolitischen Fragen Stellung genommen. 

Ein besonderer Höhepunkt der 90er Jahre war das 50-Jahr-Jubiläum der Vereinigung, das mit einer 2tägigen Veranstaltung zum Thema «Eugenische Tendenzen aus der Sicht der Heilpädagogik» und einem festlichen Abendanlass gebührend gefeiert wurde. Im Rahmen dieser Jubiläumstagung vergab die VAF eine grosszügige Spende an den “Verein Ganzheitliche Beratung und kritische Information zu pränataler Diagnostik”. Ende der 90er Jahre, also vor Beginn des neuen Jahrhunderts, wurden die Statuten erneut den aktuellen Bedürfnissen angepasst und unter der Leitung eines fast vollständig erneuerten und verjüngten Vorstandes konnten diese an der Jahresversammlung 2000 ohne Gegenstimme in Kraft gesetzt werden. Wir hoffen, dass die VAF auch im neuen Jahrtausend ihre Aufgaben als Bindeglied zwischen Ausbildung und Praxis mit der Unterstützung initiativer Mitglieder weiterführen kann.

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